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Nach über 3000 Stunden Entwicklungs- und Bauzeit war´s nun endlich soweit. Die Tigercat konnte ihrem Element übergeben werden und durfte erstmals Höhenluft schnuppern. Welch grandioses Erlebnis das Einfliegen der Tigercat am 23.10.2004 war, und mit welchen Flugleistungen diese Voll-GFK-Maschine aufwarten kann, habe ich im nachfolgenden Bericht zusammengefasst.

Viel Spaß beim Lesen

Johann Schwöller



Am 23. Oktober 10.00 fuhr ich los nach Wehringen. Nach 3 Stunden Fahrzeit kam ich beim Modellflug-Club Wehringen an. Robert Menhofer, der erste Vorsitzende erwartete mich schon. Es herrschte tolle Stimmung am Platz und super Flugwetter. Die Tigercat wurde aufgebaut und mehrfach alles durchgecheckt.
Die Motoren wurden nochmals getestet, feinfühlig nachgestellt und nochmals ein Reichweitentest durchgeführt.

    



Robert Menhofer, ein absoluter Profi in Sachen Modellflug, übernahm die Verantwortung für die Flugerprobung der Tigercat. Er hat den Vorteil, nicht die über 3000 Stunden an Entwicklungs- und Bauaufwand an der Voll-GFK-Tigercat im Hinterkopf zu haben, und konnte sich voll auf den Flug konzentrieren.



Um 14:30 Uhr wurde es dann ernst. Nochmals aufgetankt, Motoren nochmals auf Gleichlauf gecheckt und zum Start gerollt. Robert gab Vollgas, die Tigercat beschleunigte flott und nach 40 bis 50 Meter hob sie ab, so als ob sie noch nie etwas anderes getan hätte. Robert trimmte die Maschine aus, drei Zacken auf Hoch, drei Zacken auf links und sie flog gerade ihre Bahn. Seine ersten Worte: Die liegt wie ein Brett in der Luft, super, hervorragend !



Robert fuhr das Fahrwerk ein und konnte jetzt wieder auf Null trimmen. Jetzt wurde die Tigercat richtig schnell.



Nach ein paar Runden wurde auch der Langsamflug geprüft. Etwas auf Höhe gebracht wurde gedrosselt und gezogen. „Jetzt“ - die Tigercat fast still am Himmel stehend – „wird sie langsam weich auf den Rudern“ waren Roberts Worte. Mit diesen Langsamflugeigenschaften konnte beruhigt zur Landung angesetzt werden. Ohne Klappen, leichter Gegenwind – und Robert setzt die Tigercat butterweich aufs Grün.
Beifall – Jubelrufe – Begeisterung ! ! !

    



Die Trimmung abgespeichert, zum Fahrwerk 3% Tiefe beigemischt und nach einer halben Stunde wurde aufgetankt und zum zweiten Flug gestartet. Nun kamen Klappenstellungstests usw. dran. Bei 10 Grad Klappenstellung wurde etwas Tiefe beigemischt, bei 35 Grad brauchte es schon deutlich Tiefentrimmung. Wurde ja auch so erwartet. Mit gesetzten Klappen schwebt die Tigercat wie auf einem Kissen. Einige tiefe Überflüge mit Voll-Speed und dann schwebt Robert mit der Tigercat zur Landung ein – butterweich aufgesetzt. Suuuuuper Robert ! !



Nach einer Verschnaufpause und einem Flug von Robert mit seiner großen AT6 mit Moki-Stern gings zum Testflug Nr. 3.
Robert startete mit 10 Grad Klappenstellung, nach 35 Metern war die Tigercat in der Luft. „Und jetzt soll die Tigercat zeigen, was in ihr steckt“ so mein Auftrag an Robert. Und Robert ließ die Sau raus. Mit Vollgas angestochen, Voll-Speed über den Platz in einen 150 m Looping – einfach traumhaft. Dann eine Rolle - super, Rückenflug, ohne zu drücken – perfekt. Eine langsame Rolle – wie an der Schnur gezogen, wir brachten den Mund vor staunen nicht mehr zu. Und ein Höllen-Tempo mit der diese Maschine unterwegs ist – einfach fantastisch. Und zum anschließenden Landeanflug wieder lammfromm – butterweich aufgesetzt – Beifall, Begeisterung. Super gemacht Robert ! !



Roberts Worte nach diesem Flug:
„Endlich eine Tigercat die wirklich so aussieht wie eine Tigercat eben aussieht und endlich eine Tigercat die auch fliegt, wie eine Tigercat eben fliegen muss: pfeilschnell, wendig, absolut unkritisch im Flug, gutmütig im Langsamflug.
Hans, da hast eine traumhafte Maschine gebaut – meine Gratulation.“
Wie gut diese Worte aus dem Mund eines erfahrenen Modellflugprofis nach über 3000 Stunden Entwicklungsarbeit tun, kann man wahrscheinlich gar nicht beschreiben.

    



Mit dem Wissen eine sehr gut fliegende Maschine entwickelt zu haben, kann die Tigercat jetzt produziert werden.
Jetzt wird noch lackiert und das Cockpit ausgebaut, dann ist sie fertig – die Tigercat.

Leider sind die Fotos nicht von sehr guter Qualität, da ich nur die kleine Digicam mitgehabt habe. Aber einen ersten Eindruck können sie vielleicht schon vermitteln.


Viele Grüße

Johann Schwöller


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